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Behandlung oder Untersuchung unter Narkose

Manche Kinder werden für eine Behandlung oder Untersuchung unter Vollnarkose aufgenommen. Darunter fallen also auch Operationen. Für diese Eltern und Kinder sind insbesondere die folgenden Informationen wichtig.

Operationstermin

Wenn Ihr Kind auf eine Kinderstation aufgenommen wird, kann der Arzt oder die Pflegekraft Ihnen am Tag vor der Behandlung oder Untersuchung – in der Regel erst nach 16.00 Uhr – mitteilen, wann der Eingriff oder die Untersuchung am nächsten Tag stattfinden wird. Der Termin kann sich in Einzelfällen noch ändern, wenn eine Notoperation bei einem anderen Patienten Vorrang hat. Dies wird allerdings nach Möglichkeit vermieden.

Wenn Ihr Kind in die Tagesklinik aufgenommen wird, müssen Sie zwei Tage vor der Aufnahme zwischen 10.30 und 12.00 Uhr auf der Station anrufen und den definitiven Termin vereinbaren, zu dem Sie und Ihr Kind erwartet werden (+31 (0)24 366 6372). Dann erfahren Sie auch, wann die Operation stattfinden wird.

Vorbereitung auf den Eingriff

Die meisten Kinder werden bei der Aufnahme häufig noch von einem Assistenzarzt oder AiP untersucht. Darüber hinaus sind bei einfachen Eingriffen oder Untersuchungen keine weiteren medizinischen und pflegetechnischen Vorbereitungen erforderlich. Allerdings muss die Haut Ihres Kindes sauber sein. Daher ist es ratsam, Ihr Kind vorher duschen zu lassen und eventuell vorhandenen Nagellack zu entfernen.
Bei großen chirurgischen Eingriffen sind in der Regel zusätzliche Vorbereitungen erforderlich, z.B. Blutabnahme oder Laxation. Dazu erhalten Sie weitere Informationen vom behandelnden Arzt oder dem Pflegepersonal.

Nüchtern bleiben

Ihr Kind muss mehrere Stunden vor dem Eingriff oder der Untersuchung „nüchtern“ bleiben, d.h. dass Ihr Kind nichts mehr essen oder trinken darf. Das ist wichtig um zu verhindern, dass Ihr Kind sich bei der Narkose übergibt, wodurch eventuell Mageninhalt in seine Lungen gelangen könnte. Manche Kinder empfinden das Ess- und Trinkverbot vielleicht als Strafe; erklären Sie Ihrem Kind daher den Grund für diese Maßnahme. Sie können Ihrem Kind erzählen, dass es eine Weile nichts essen oder trinken darf, weil die Übelkeit zunimmt, wenn es wieder wach wird, und das nicht schön ist.
Wie lange Ihr Kind keine feste Nahrung oder Milchprodukte zu sich nehmen darf (und auch nicht gestillt werden bzw. Säuglingsnahrung erhalten darf), hängt vom Alter des Kindes ab:

  • 0-6 Monate: 4 Stunden
  • Ab 6 Monate: 6 Stunden  

Weil es für kleine Kinder unerfreulich ist, lange nüchtern zu sein, dürfen sie sechs Stunden vor der Narkose noch einen Zwieback mit Marmelade zu sich nehmen. Außerdem dürfen sie bis zu zwei Stunden vor dem Eingriff noch helle Flüssigkeiten trinken, z.B. Wasser, Apfelsaft, Sirupsaft, Tee oder Zuckerwasser, aber keine kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränke, Säfte mit Fruchtfleisch und Milchprodukte; halten Sie die Menge aber gering.
Wenn Ihr Kind mehr oder weniger Stunden nüchtern bleiben muss, teilt Ihnen der Anästhesist das mit.

Präoperative Medikation

Der Anästhesist legt fest, ob Ihr Kind vor der Operation noch eine Schlaftablette, einen Schlaftrunk oder ein Suppositorium (präoperative Medikation) bekommt. Bei kleinen Operationen erhalten Kinder häufig nur ein schmerzstillendes Mittel. Die präoperative Medikation verringert die Angst vor der Operation oder der Untersuchung und lässt Ihr Kind inzwischen ein wenig schläfrig werden. Darum muss Ihr Kind vorher noch kurz Wasser lassen. Vor der präoperativen Medikation erhält Ihr Kind ein OP-Hemd; Schmuck (und eventuelle Piercings) müssen abgelegt werden. Ab jetzt darf Ihr Kind das Bett nicht mehr verlassen und wird so (manchmal bereits im Halbschlaf) in den OP-Saal oder das Untersuchungszimmer gefahren. Ihr Kind darf sein Kuscheltier, ein Lieblingsspielzeug und/oder einen Schnuller mitnehmen. Sorgen Sie dafür, dass diese Gegenstände sauber und mit einem Aufkleber versehen sind, auf dem der Name Ihres Kindes und die Station stehen.
Größere Kinder bekommen im Vorbereitungszimmer eine „OP-Haube“.

Betreuung durch die Eltern

Sie können in vielen Fällen in den OP-Saal oder den Untersuchungsraum mitgehen, um Ihr Kind bei der Einleitung der Narkose (in den Schlaf versetzen) zu begleiten. Sie können auch dabei sein, wenn Ihr Kind auf der Wachstation (postoperative Überwachungsstation) aufwacht. Bei der Operation Ihres Kindes können Sie nicht anwesend sein.
Grundsätzlich darf ein Elternteil bei der Einleitung der Narkose anwesend sein. Sie werden dabei von einem Elternbetreuer, einer Pflegekraft oder einer pädagogischen Kraft betreut. Es ist wichtig, dass Sie darüber informiert sind, was Sie vor und während der Einleitung der Narkose erwarten können. Diese Informationen finden Sie in der Broschüre „Behandlung oder Untersuchung von Kindern unter Narkose“.
Außerdem müssen Sie sich darüber im Klaren sein, dass der Anästhesist aus medizinischen Gründen und um die maximale Sicherheit Ihres Kindes zu gewährleisten, entscheiden kann, dass Sie bei der Einleitung der Narkose nicht anwesend sein dürfen.
Im OP-Saal und auf der Wachstation gelten spezielle Kleidungsvorschriften. Ein Elternbetreuer wird Sie begleiten, um Sie einzuführen und Ihnen zu zeigen, wo Sie sich umkleiden können.

Empfehlungen

Vor oder während der Verabreichung der Narkose können die folgenden Empfehlungen hilfreich sein.

  • Es ist verständlich, dass Sie sich vor oder während der Einleitung der Narkose unsicher fühlen oder Angst haben. Lassen Sie Ihr Kind dies jedoch nicht zu sehr merken. Sie sind diejenige Person, auf die sich Ihr Kind verlässt.
  • Schärfen Sie Ihrem Kind ein, den Ausführungen des Anästhesisten gut zuzuhören.
  • Ihr Kind wird liegend oder schlafend in den Schlaf versetzt. Sie können einfach daneben sitzen. In manchen Fällen darf sich Ihr Kind auch bei Ihnen auf den Schoß setzen, wenn der Anästhesist dies für ausreichend sicher hält.
  • Eine normale Einleitung dauert ungefähr eine Minute. Manchen Eltern erscheint diese Minute lang, anderen wiederum kurz. Reden Sie ruhig und leise mit Ihrem Kind. Verwenden Sie seine eigenen (Lieblings-)Worte und/oder halten Sie seine Hand fest.
  • Wenn sich Ihr Kind gegen die Narkose sträubt, überzeugen Sie es davon, dass dies eine notwendige Maßnahme ist. Erörtern Sie dies nicht endlos mit Ihrem Kind. Sie können vorab eine Vereinbarung mit Ihrem Kind treffen, was Sie die Einleitung der Narkose gemeinsam machen werden (z.B. sich in die Hände kneifen oder sich in die Augen sehen).
  • Sagen Sie Ihrem Kind, dass Sie warten werden, bis die Operation oder Untersuchung vorbei ist, und dass Sie da sein werden, um es wieder auf sein Zimmer zu bringen, wenn es wach wird.

Verhaltensmuster

Manche Kinder fallen bei der Einleitung der Narkose nicht wie erwartet in Schlaf, sondern können folgende Verhaltensweisen zeigen:

  • Sie werden unruhig oder sind sehr matt (entspannt).
  • Sie schlagen um sich oder ziehen an Armen und Beinen.
  • Sie verdrehen die Augen, oder diese bleiben offen, obwohl Ihr Kind bereits eingeschlafen ist.
  • Sie werden bleich im Gesicht.
  • Sie husten.
  • Sie holen schnell und oberflächlich nach Luft, wobei die Atmung kurzfristig unterbrochen wird.

Erschrecken Sie nicht. Diese Verhaltensmuster sind normal und kommen häufig vor. Außerdem merkt das Kind nichts davon, weil es bereits fast schläft.

Narkose

Kleinere Kinder werden häufig mit einer Maske in Schlaf versetzt. Das zur Narkose verwendete Gasgemisch riecht für Kinder meistens nicht gut. Sie können Ihrem Kinder bei der Vorbereitung sagen, dass es diesen Geruch wegblasen kann. Sie können dies bereits zuhause üben.
Ältere Kinder ab ungefähr sieben Jahren können in der Regel wählen, wie Sie in Schlaf versetzt werden wollen: mit einer Spritze oder mit einer Maske. Die Stelle, an der das Kind die Spritze erhält, kann vorher mit einer speziellen Salbe betäubt werden („Zaubersalbe“).
Sie können die Entscheidung Ihres Kindes vorher zuhause mit ihm besprechen.

Wachstation

Nach der Operation oder Untersuchung wird Ihr Kind vom Anästhesisten zum Wachwerden auf die Wachstation gebracht.
Kinder können manchmal sehr heftig aus der Narkose aufwachen. Ihr Kind kann sich so verhalten wie bei der Einleitung der Narkose. Diese Unruhephase kann bis zu zwanzig Minuten dauern. Ihr Kind erlebt diese Phase selbst nicht. In dieser Phase kann es sein, dass das Kind plötzlich sehr bleich oder rot wird oder hustet. All diese Reaktionen sind normal. Es ist wichtig, Ihr Kind in dieser Phase nicht zu stören. Ihr Kind wird am schnellsten wach, wenn Sie es in Ruhe lassen.
Das Pflegepersonal achtet darauf, wann Ihr Kind beginnt, wach zu werden, und lässt Sie so schnell wie möglich zu Ihrem Kind, wenn dessen Gesundheitszustand ausreichend stabil ist. Wenn das Kind die Augen öffnet, ist es am besten, einen Elternteil zu sehen. Zu Beginn wird Ihr Kind häufig wieder einschlafen.

Eltern auf der Wachstation

Wenn Sie bei Ihrem Kind auf der Wachstation sein wollen, ist es sehr wichtig, dass:

  • der Gesundheitszustand Ihres Kindes nach der Operation ausreichend stabil ist
  • Sie über die Abläufe auf dieser Wachstation informiert sind. Diese Informationen finden Sie in der Broschüre „Behandlung oder Untersuchung von Kindern unter Narkose“.

Um die Ruhe auf der Station, auch für eventuelle andere Patienten, zu gewährleisten, darf nur ein Elternteil oder Betreuer bei dem Kind sein. Daher dürfen Sie sich zwischendurch auch nicht abwechseln. Es ist von Vorteil, wenn Sie vorher vereinbaren, wer das Kind auf die Wachstation begleitet, damit Sie nicht vor Ort überlegen müssen.
Eltern von frühgeborenen Kindern können Ihr Kind nicht auf die Wachstation begleiten.

Zurück auf der Station

Wenn Ihr Kind einer größeren Operation unterzogen wurde, hat es nach der Operation eventuell eine Infusion, eine Magensonde oder andere dünne Schläuche. Es ist wichtig, dass Ihr Kind all dies vor der Operation weiß. Das Pflegepersonal kann Sie darüber informieren.
Kinder können nach der Operation etwas schläfrig sein oder Übelkeit verspüren. Sie sind manchmal bleich und haben im Allgemeinen viel Durst. Informieren Sie sich beim Pflegepersonal, ob Ihr Kind trinken darf.
Nach einer großen Operation sollten die Eltern vorzugsweise alleine das Kind besuchen. Sie können von den Geschwistern Ihres Kindes eine Zeichnung oder ein Foto mitnehmen, damit diese auch in der Nähe sind. Wenn sich Ihr Kind etwas besser fühlt, sind weitere Familienangehörige oder Bekannte natürlich immer während der Besuchszeiten willkommen.

Schmerzbehandlung nach der Operation

Ziel ist es, dass Ihr Kind nach der Operation so wenig Schmerzen wie möglich hat. Daher ist es wichtig, dass Ihr Kind oder Sie als Eltern mitteilen, ob es Schmerzen hat oder nicht. Der Arzt und das Pflegepersonal informieren Sie darüber, wie die Schmerzen nach der Operation oder Untersuchung verringert oder vermieden werden können.
Der Anästhesist legt vor der Operation oder Untersuchung fest, welche schmerzstillenden Mittel Ihr Kind nach der Operation oder Untersuchung erhält. Die Schmerzmedikamente werden zu festen Zeiten verabreicht, so dass der schmerzstillende Effekt ununterbrochen anhält.
Es ist wichtig, dass Ihr Kind oder Sie als Eltern das Pflegepersonal oder den Arzt regelmäßig wissen lassen, ob Ihr Kind Schmerzen hat oder nicht und ob die schmerzstillenden Mittel auch helfen.
Zu diesem Zweck gibt es eine Schmerzwerteliste, über die Sie und Ihr Kind vorab informiert werden. Außerdem haben manche Kinder, die häufig in die Klinik müssen, einen Schmerzausweis, um Ihre Wünsche darüber aufzuschreiben, wie die Schmerzen bei lästigen Untersuchungen oder Behandlungen vermieden werden sollen.

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